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Zermatt 2003

Telemark Weekend Zermatt 2003

Der Monat Oktober hatte kaum begonnen, und ich dachte, schön, noch einen Monat Sommerschlaf mindestens kann ich mir gönnen. Doch, oh Schreck, mein Besitzer hatte da ganz andere Pläne. Nächstes Wochenende gehe es nach Zermatt um die Telemarksaison zu eröffnen. Was, schon in sieben Tagen Höchstleistung vollbringen?!? So eine kurze Vorbereitungsphase, dass kann es wohl nicht sein! Aber bei all meinem Protest, als Telemarkski hat man da keine Wahl und schliesslich freue ich mich, all die Kollegen wieder zu sehen – ein Sommerschlaf im Skikeller kann auch ganz einsam sein!

So traf sich grösste Teil der Truppe am Freitag Abend in Gstaad auf dem Wispilenparkplatz um gemeinsam in Richtung Zermatt aufzubrechen. Aufs Dach gebunden konnten wir uns schon während der Hinfahrt an die eisige Kälte, welcher wir in den nächsten zwei Tagen ausgesetzt sein würden, gewöhnen. Denn der Fahrtwind war alles andere als warm…. Anders in unserer gemütlichen Unterkunft in Zermatt. Ein Gartenhäuschen , schön idyllisch gelegen zwischen Tannen und dem Garten des Hotels. Unsere Besitzer waren da nicht ganz unserer Meinung. Das Wasser höre man gurgeln – viel zu ringhörig und fast kein Licht auf den Gängen. Aber sagen wir mal ehrlich: Mit drei Stunden Schlaf, einer Blickweite bis knapp vor die eigenen Füsse, und ein Lärm, dass man meinen könnte eine ganze Kompanie komme vom Ausgang nach Hause… Braucht man da wirklich mehr Licht auf den Gängen geschweige denn besser isolierte Leitungen oder Zimmer?

Am Samstag um halb neun ging’s endlich los. Nachdem die Skitickets von der wohl noch etwas verschlafenen Kassenfrau doch noch gefunden wurden, nahmen wird den Weg auf den Gletscher unter die Füsse. Oh, wie ich mich freute, endlich wider durch den Schnee gleiten zu können, den Fahrtwind spüren, die Sonne und das tolle Panorama hier geniessen zu können! Einfach genial! Und wie ich mitbekommen hatte, ging das nicht nur mir so, sondern auch der ganzen Gruppe des Telemark Clubs. Doch so ganz harmlos war der Sommer nicht an uns vorbeigezogen. Dänk ad Glänk…. ja, ja…. ich bin auch nicht mehr die jüngste, meinte eine Bindung von einem Telemarkskikolleg. Da habe ich zum Glück keine Probleme, schliesslich sind meine Bindung und ich erst eine Saison alt. Aber auch wir müssen uns zuerst wieder einfahren. Dies gelang den einen besser als den andern. Ein Teil der Gruppe gönnte sich mal mehr eine Pause und genoss ein feines Mittagessen auf der Sonnenterrasse. Schliesslich muss man am Anfang nichts überstürzen. Das Après-Telemarkski genossen wir auf dem Furi wobei nicht ganz alle den Weg beim ersten Anlauf fanden. Doch schliesslich waren wir Skis alle wieder vereint und auch der Telemark Club stiess auf den erfolgreichen Saisonstart an.

Am Abend verweilten wir in unserer komfortablen Unterkunft während unsere Besitzer sich bei einem feinen Nachtessen stärkten. Soviel ich mitbekommen hatte, genossen einige den Ausgang recht ausgiebig. Andere suchten den Weg zum Hotel etwas früher, um auch am Sonntag noch fit mit uns die Hänge hinunter zu kurven.

Der Sonntag zeigte sich noch von einer besseren Seite als der Samstag; sonnig und angenehm warm. Wir, schon „besser zwäg“ als gestern – im Gegensatz zu unseren Fahrern, welche sich zum Teil über Waden- oder Oberschenkelschmerzen beschwerten, genossen erneut tolle Schneeverhältnisse, auch, wenn im Vergleich zu anderen Jahren eher wenig Schnee liegt. Immer in Schuss und auf der Suche nach dem besten Weg durch die zahlreich anwesenden Leute, genoss ich nochmals einige schöne Abfahrten. Doch dann hiess es auch schon wieder Abschied nehmen. Der Weg zurück von der Talstation zum Hotel auf dem Rücken meines Besitzers und dann auf dem Dach des Autos kehrten wir am Sonntag Abend wieder ins Saanenland zurück.

So neigten sich die ersten zwei Telemarkskitage der Saison 2003/04 dem Ende zu. Freuen wir uns auf einen schneereichen Winter – die Vorbereitung stimmt nun ja! Teleho!

Cornelia von Grünigen

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