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Zermatt 1997

telemark weekend zermatt 1997

Traditionsgemäss, jeweils im Oktober reist der Telemarkclub Saanenland mit einer Delegation (Horde) ins Wallis, um seinem liebsten Hobby, dem Telemarkfahren zu frönen. Diesmal war Zermatt an der Reihe, dies weil Saas Fee mit den Saanern schon einiges hat durchmachen müssen in den letzten Jahren. Somit traten insgesamt 14 Clubmitglieder und 6 „wilde“ die Reise ins Mattertal an. (Bruno Brand hatte dieses mal das Vergnügen, von Anfang an dabeizusein). Der Wetterbericht versprach nicht allzu gutes Wetter fürs Wochenende. Dies konnte jedoch unserem Drang, wieder einmal auf den schmalen Latten zu stehen, keinen Abbruch tun.

Auf der Hinfahrt spielten sich laut Zeugenaussagen in einem Bus sonderbare Szenen ab, die sich für die Telemarkgilde ganz und gar nicht geziemen. Namen werden wie immer keine genannt. In Zermatt angekommen, machten wir uns auf die Suche nach unserem Hotel „Misch(er)abel“. Dies wurde von mir speziell für diesen Anlass ausgesucht. (Es wurde eigens für solche Clubwochenenden konzipiert). Es ist darauf ausgerichtet, dass sich die Bewohner nur wenige Stunden Schlaf gönnen können. Bei zu langem liegen wird man unweigerlich vom Nachbar im unteren Stock geweckt, weil der sich nur im Bett dreht!

Nach dem Nachtessen begaben wir uns auf die traditionelle Erkundung der Wirtschaftlichen Möglichkeiten im Gletscherdorf. Dass wir fündig wurden, sei hier nur am Rande noch erwähnt. Das Aufstehen am Morgen danach ging eigentlich noch ganz gut und zügig vonstatten. Es gab auf den ersten Blick ja auch kein Grund zur Beunruhigung. Wenn man in Richtung Matterhorn schaute, sah man nur blauer Himmel und schönstes Panorama. Aber weit gefehlt! Mit schrecken mussten wir feststellen, dass auf dem Gletscher zuviel Wind herrschte, um mit der Gondelbahn hochzufahren. Dies veranlasste uns zu einer (sollte sich herausstellen) verhängnisvollen Wanderung.

Hoch oben über Zermatt steht ein Wirtshaus einladend auf einem Felsvorsprung. Wir sagten uns: Besser da hoch gehen, als im Dorf schon am Nachmittag „versumpfen“. Eine sehr gute Idee. Die Aussicht war fabelhaft, nur schien niemand im Hause zu sein. Falsch geraten. Nach ein paar mal kräftig Türklopfen war auch die „Beizerin“ zu sehen, eine Mischung aus Alkoholikerin und „Mountain-Beauty“. Als wir die Küche zu Gesicht bekamen, verging uns jeglicher Appetit auf Speis und Trank. Jedoch nach einiger Ueberredungskunst ihrerseits, würgten wir ein erstes Bier hinunter. Als sie dann auf einmal mit einer kalten Platte und Rotwein auffuhr, war es endgültig um uns geschehen. Von diesem Moment an tranken wir gesittet zusammen etwa 20 Flaschen Rotwein. Die Wirkung dieses köstlichen Getränkes bekamen die meisten dann beim Hinunterlaufen zu spüren. Kurz oberhalb des Dorfes fand eine kleine Gruppe von uns eine Wasserpistole die da unbeachtet herumlag und mit der im erstbesten Geschäft ein unblutiger Ueberfall ohne Geiselnahme verübt wurde.

Die Szenen, die sich alsdann im Hotel abspielten, waren angesichts der getrunkenen Menge „Jus de Raisin“ absolut entschuldbar und nicht weiter von Bedeutung. Beim Abendessen waren bis auf wenige Ausnahmen alle wieder fit und mochten feste Nahrung zu sich nehmen.Der darauffolgende Ausgang war jedoch früher beendet als auch schon. Leider war der Sonntag wettermässig auch nicht das was wir uns vorstellen konnten, und somit mussten wir Zermatt verlassen, ohne auch nur einen Telemarkschwung gemacht zu haben, dafür haben wir wieder einmal etwas für die Geselligkeit getan, was in der heutigen hektischen Zeit auch nicht selbstverständlich ist. Es lebe Zermatt 1998.

Roger Staub

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