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Saas Fee 1999

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Am Freitag, den 8. Oktober, war es wieder so weit: Eine Schar Telemärkler aus unserem Club machte sich auf, um gemeinsam im Wallis die Telemarksaison einzuläuten. Für mich sollte es dieses Jahr das erste Mal sein. Als Greenhorn abgestempelt, wurde mir folglich auch die Ehre zuteil, das Erlebte in Form eines Berichtes noch mal Revue passieren zu lassen. Für übertriebene Darstellungen möchte ich mich entschuldigen, für untertriebene jedoch um Verständnis bitten…

Frühmorgens

Angefangen hatte alles beim Tanklager hinter dem Coop, wo wir am Freitag Abend abgemacht hatten. Röschu stellte seinen Skibus zur Verfügung, der in Manier eines Trainers in rasendem Tempo mit Skis beladen wurde. Mike, ein erfahrener Telemärkler in unseren Reihen, nutzte die Gelegenheit und rannte Richtung Coop, um ein paar „Flasch Bier“ zu kaufen. Als er bei seiner Rückkehr von weitem sah, dass Lars wider erwarten doch noch eingetroffen war, liess er das Bier an Ort und Stelle, sprich mitten auf dem Parkplatz, stehen und rannte nochmals zurück, um den Bierbestand zu verdoppeln.

Nun ausgestattet mit allem Nötigen, ging es los. Es darf angenommen werden, dass Röschu als Trainer jeweils auch auf der Strasse versucht, seinen Zöglingen ein Gefühl für Tempo zu vermitteln. Jedenfalls landeten wir relativ schnell mal in Aigle, um von dort aus weiter Richtung Saas Fee zu fliegen. Im Dorf angekommen, bezogen wir frohen Mutes die Unterkunft im Hotel Tenne, und nur einen Augenblick später sassen wir schon lechzend am Tisch und warteten auf das Nachtessen.

Es erstaunt wohl nicht besonders, dass sich noch alle aufraffen konnten, das Nachtleben von Saas Fee zu erforschen. Dass dabei Spuren hinterlassen wurden, ist sicher auch nichts Neues. So wurde denn auch ein in einem Bild eingerahmter BH kurzzeitig entfernt und anschliessend mit Visitenkärtchen aus dem ganzen Saanenland ergänzt. Soviel zum unauffälligem Verhalten unserer Truppe. Wie dem auch sei, um vier Uhr morgens hatten sich die Letzten in der Unterkunft eingefunden. Glücklicherweise, oder sollte ich sagen dummerweise, hatte Lars etwas Reserveweisswein dabei, so dass der Abend künstlich verlängert werden konnte. Nachdem noch schnell ein paar Saanenländer telefonisch geärgert wurden, ächzte und stöhnte jeder in sein Bett, und gerade als die Träume in ihrer süssesten Form waren und sich die Luft im Zimmer mit ernsthaften Schadstoffen anreicherte, klang von irgendwo her so ein dämlicher Wecker.

Der Appetit beim Morgenessen hatte einen direkten Zusammenhang mit der Gesichtsfarbe der entsprechenden Personen, doch konnte sich jeder auf seine Art stärken. Die Latten geschultert, marschierten wir bei wunderbarem Wetter Richtung Bahn. Dabei outete sich Tinu damit, dass er es fertig brachte, die eine Bindung 5cm weiter hinten zu montieren als jene auf dem anderen Ski. Was ihn wohl ablenkte bei der Montage?

Es AperöliAuf dem Gletscher waren die ersten Schwünge zwar noch etwas zaghaft und verkrampft, doch erwachte das Feeling für die Skis relativ schnell. Die Eleganz dieser wunderbaren Wintersportart ist immer wieder faszinierend und wurde von einigen Fahrern in unseren Reihen in ihrer höchsten Form demonstriert. Auch die Erfahrung im Anstehen machte sich bezahlt, konnten wir doch durch geschicktes Vordrängen ca. eine Minute sparen pro 15 Minuten anstehen.

Der Tag ging schnell vorüber, bei den letzten wärmenden Sonnenstrahlen und einem kühlendem Bier warteten wir auf die Gondelabfahrt. Diese gestaltete sich als äusserst witzig, da Conroys Blase das heftige Bedürfnis hatte, sich zu entleeren. Natürlich förderten wir dieses Gefühl, indem vom Wasserfall bis zum tropfenden Wasserhahn alle Geräusche nachgeahmt wurden, die den Harndrang zusätzlich anregten. Jedenfalls flog Conroy nur so aus der Gondel, als wir endlich unten waren…

In einer Bar verkürzten wir uns das Warten auf das Nachtessen, mit dem Resultat, dass einige Leute dasselbe fast verpassten. Zum zweiten Mal wurde uns in der Tenne ein hervorragendes Menü serviert. Die Wirtin rundete das positive Bild der Tenne mit einem attraktiven Preis für die beiden Übernachtung ab.

Natürlich machte man sich nach dem Dinieren wieder daran, von einer Bar in die andere Disco zu ziehen. Die Durchhaltekraft der einzelnen Mitglieder war enorm, doch hatten die einen oder anderen noch den Vorabend in den Knochen und legten sich ins Bett. Ich durfte mir natürlich als Greenhorn keine Blösse geben und hielt tapfer mit den Hartgesottensten mit. Lars machte mir dabei das Leben schwer, er war einfach nicht unterzukriegen. Nachdem alles geschlossen hatte, landeten wir nach fast einer Stunde Fussmarsch noch bei zwei Zürcherinnen, die uns einen ekligen Instant Coffee andrehten. Lars bedankte sich dafür, indem er Ihnen unbemerkt den Boiler abschaltete.

Nach ein paar Zwischenfällen auf dem Rückweg kamen wir heil in der Tenne an und entschieden uns nach einigem Hin und Her, die 1 ½ Stunden doch noch zu schlafen.

TiltDas Aufstehen und Morgenessen gestaltete sich in etwa ähnlich wie am Vortag, allerdings mit zehnfacher Intensität. Die Fahrt Richtung Schnee war wie immer lang, doch konnte die Frische Luft in der Höhe den einen oder anderen Lebensgeist wecken. Die Abfahrten meisterten wir souverän, zwischendurch ergänzt durch spektakuläre Stürze. Die einzige Plage waren die vielen Leute, ansonsten spielten Wetter und Pistenverhältnisse voll mit. Das Erlebte lässt uns umso sehnsüchtiger auf den diesjährigen Winter warten.

Am Nachmittag ging es dann wieder runter ins Dorf, wo wir uns nach einer Blitzdusche auf der Terrasse der Tenne noch etwas zu trinken gönnten. Nur knapp konnte ein weiteres Unheil vermieden werden, als die beiden Zürcherinnen vom Vorabend wieder auftauchten. Obwohl mich Lars kläglich im Stich liess, konnte ich sie von der Terrasse abhalten, um ihnen die vielen Sprüche unserer Clubmitglieder zu ersparen..

Auf dem Rückweg kämpften wir mit Stau und der eine oder andere mit lauwarmen Bier, das auch im Fahrtwind nicht auf geniessbare Temperatur gebracht werden konnte. Ein Gourmetessen bei McDonald’s rundete den Tag ab.

An dieser Stelle möchte ich im Namen aller Teilnehmer den Organisatoren danken, es war ein herrliches Wochenende mit unvergesslichen Augenblicken. Es wurde eindrücklich gezeigt, dass Telemark nicht nur Sport, sondern auch Gesellschaft und Gemütlichkeit beinhaltet. Unbedingt muss dieses Weekend im nächsten Jahrtausend wieder durchgeführt werden, freuen wir uns jetzt schon darauf!

André Brand

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