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Jubiläum 2002

jubiläum 10 jahre telemark gstaad (von mark tele)

Mark TeleEs war einmal vor langer Zeit, genauer, vor zehn Jahren am 24. Januar 1992 in Schönried. An diesem Datum haben eine Handvoll idealisten (Man kann ihnen auch Spinner sagen) den Telemarkclub Saanenland ins Leben gerufen. Es waren dies der erste Präsident dieses Clubs, Per Arman, der erste Vize Christian Bircher, der erste Aktuar (wie es damals so schön hiess) Markus von Grünigen, und der erste Sekretär Thomas Ischer. Diesen vier Zeitgenossen haben wir es zu verdanken, dass es unseren Club in der heutigen Form gibt! Wie es an den ersten Sitzungen zu- und her ging zeigt dieser Ausschnitt aus dem Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung im Mai 1994 an der 7 Mitglieder anwesend waren und 3 sich entschuldigten. Unter dem Traktandum 1 Protokoll stand da: Wurde bis jetzt keines geführt!

Ich möchte euch nun einige Clubhöhepunkte und Anekdoten während den vergangenen 10 Jahren zum Besten geben.

Zu dieser Zeit gab es noch wenig Fersenheber in der Schweiz, welche dieser Sportart frönten, die ja von ein paar amerikanischen Skilehrern in den achziger Jahren wiederentdeckt wurde. Die Skis waren noch sehr schmal, wenig tailliert und gegen 2 Meter lang. In unseren Anfängen auf den schmalen Latten wurden wir einmal von einem alten Skilehrer gefragt: Fühlt ihr euch zu gut, dass ihr mit Langlaufskiern skifahren geht? Für solche Belehrungen hatten wir natürlich nur ein mitleidiges Lächeln übrig. Es gab in dieser Zeit auch seltsame Alleingänger, welche diesen alten, neuen Schwung lieber für sich im Versteckten üben wollten, anstatt das Gruppenerlebnis zu fühlen. Das Resultat war ein Telemarkschwung, der sich jedoch bei genauerem hinschauen als Verwechslung von Aussen- und Innenski-Ausfallschritt entpuppte! Der Autodidakt war stolz auf sein Ergebnis, bis ihn ein Kollege auf seinen Fauxpas aufmerksam machte!

Die Schuhe waren bei weitem nicht so hoch wie heute und sie bestanden aus Leder. Dies hatte zwei entscheidende Nachteile: 1. Hatte man zum Fahren wenig halt und 2. Musste man die Schuhe pflegen, damit sie geschmeidig blieben, was jedoch bei einem Telemärkler einen immensen arbeitsaufwand bedeutet!

Das erste Highlight unserer Vereinsgeschichte stellten ganz klar die Schweizermeisterschaften im Januar 1995 dar. Mit damals noch sehr wenig Clubmitgliedern und einer gehörigen Portion enthusiasmus gingen wir an diese für uns neue Aufgabe heran. Unser Ziel war, allen TeilnehmerInnen ein unvergessliches Telemark erlebnis der besonderen Art zu bieten. Der Morgen des Renntages hat ziemlich turbulent begonnen! Blauäugig und unwissend wie wir waren, hatten wir für die Startnummernauslosung ganz einfach alle Namen in einen Topf geworfen und ausgelost! Natürlich nach Weiblein und Männlein getrennt! Dies hat aber dem damaligen Verantwortlichen des Rennteams gar nicht in den Kram gepasst! „Meine Leute starten zuvorderst!“ war seine Forderung, der wir natürlich in unserer grenzenlosen Güte ohne grosse Diskussionen nachkamen!! (Räusper, räusper)

Ansonsten hatten wir eine brutal lange Klassik am Horneggli in Schönried, eine unvergessliche Party mit Preisverteilung (bei der jeder Teilnehmer einen Naturalpreis erhielt!) auch in Schönried aber auf dem Rellerli und am Sonntag eine sogenannte „Safari“. Wetter gut, Schnee gut! Was wollten wir mehr? Unter der Führung von Vorstandsmitglied Nöldu gings mit der ganzen Meute „off piste powdern“. Unter dem Zwang der Gruppendynamik wurde je länger je mehr riskiert, was dazu führte dass ein Engelberger Teilnehmer seinen Ski brach und vorzeitig ins Apéro musste! Die Schneebar bei der Alphütte von Brands und vor allem das Apéro trug dann ihren Teil dazu bei, dass es nach und nach lustiger zu und her ging! Höhepunkt war dann noch die Skisprung- Konkurrenz und dasjenige Clubmitglied, welches es fertigbrachte, mit einer Flasche Weisswein in der Hand, auf Telemarkskiern und mit einem fatalen Sturz kurz vor der Dachkante, ohne einen Tropfen zu verschütten aufs selbige zu fahren! Bravo!

Im April 1995 fanden die Telemark Weltmeisterschaften im norwegischen Lillehammer statt. Genauer gesagt im olympiaerprobten Renngelände von Hafjell. An dieser WM nahm auch eine stattliche Anzahl Saanenländer Telemarker teil, sodass ein Fantross von 8 Leuten ebenfalls die Reise ins Land des Ursprungs des Telemark antrat. Von da oben gäbe es viel zu erzählen! Doch dazu reicht die Zeit des heutigen Abends nicht aus! Hier nur ein paar Details: Wir haben Schnaps aus Skistöcken getrunken, Fondue am Pistenrand gekocht, Mit der Armbrust geschnupft und wir nahmen am denkwürdigen Schweizer Grillausflug mitten in der norwegischen Prärie teil!

Vier Jahre später, im Februar 1999 war der nächste Grossanlass an der Reihe. Ein Rennen im Rahmen des Telemark Weltcup. Wieder nahmen sich dieser Aufgabe einige unserer Initiativen Clübler an. Die ganze Sache wäre nur halb so arbeitsintensiv gewesen, hätte es nicht zweimal vor den Rennen über Nacht etwa 20-30 cm Neuschnee gegeben. Dies hatte aber unsere Leute nicht davon abgehalten, zwei tadellose Rennen durchzuführen.

Nach diesen Anlässen war wieder mal eine Pause angesagt. Denn das Credo unseres Clubs ist ganz klar das gemütliche „Telemärkle“ und zusammensein mit gleichgesinnten. Denn jeder von uns ist in einigen Vereinen aktiv und demzufolge auch viel zum Mithelfen verurteilt. Bei uns soll dies nicht so sein. Vielleicht deshalb haben wir einen stetigen Zuwachs an Mit- und ohne Gliedern. In den ersten Jahren haben wir jeweils im Dezember einen Schnupperkurs für jedermann auf die Beine gestellt. In der Hoffnung, man könne vielleicht hie und da ein zukünftiges Mitglied gewinnen. Diese Kurse erfreuten sich anfangs auch ziemlicher Beliebtheit, bis die Dezember immer schneeärmer und die Teilnehmer immer scheuer wurden.

Ein wichtiger Bestandteil unseres Jahresprogramms ist jeweils der berühmt-berüchtigte Herbstausflug in ein Gletscherskigebiet. Und dies seit jeher! Da werden plötzlich harmlose Zeitgenossen zu nimmermüden Sondre Norheims die man am Abend von den Skiern schiessen muss und wiederum andere spielen im Ausgang die Rolle des hechelnden Casanova bis zum Kampftrinker, der dann den Hang over den ganzen Tag mitschleppt und am nächsten Abend just zur rechten Zeit wieder fit ist. Wir haben an diesen Weekends schon fast alles erdenkliche erleben müssen.

Aber das absolute Non plus ultra war, als wir einen homo telemarcus Zuhause vergassen. Das kam so: Wir hatten einen Treffpunkt in Gstaad und einen in Saanen. Man füllte in Gstaad die Autos und fuhr nach Saanen. Dort lud man die Saaner auf, wobei einige Gstaader (oder Lauener?) ausstiegen um mit den anderen zu tratschen. Alles schien aufgeladen und alle Leute an Bord. Schien! In Saas-Fee angekommen luden wir alles Gepäck auf die komfortablen und gross ausgemessenen Elektromobile, inklusive Material des fehlbaren. Im Hotel liessen wir gleich alles stehen und begaben uns zu Speis und Trank. Man begann zu essen, blödelte mit dem Tischnachbar und redete belangloses Zeugs. Plötzlich die Frage in die Runde: Het öpper Brünu gseh? Alle starren sich fragend an. Einer meinte: Ds Saane isch är emel no da gsi! Diese Bemerkung war richtig! Aber nur da war er noch mit von der Partie wie sich später herausstellte! Wir waren ganz einfach in Saanen weggefahren, ohne unseren armen Bruno! Er hat aber den Braten sofort gerochen und hat kurzerhand sein Auto gesattelt und ist uns nachgefahren. Etwa 40 min. nach unserem eintreffen war auch er da. Seitdem nehmen wir Bruno bei Ausflügen an die Leine!!

Ebenfalls aus unserem festen Programm nicht mehr wegzudenken ist die „La Skieda“ im italienischen Livigno. Den eingefleischten Fersenhebern muss ich glaube ich nicht erzählen was die Skieda ist! Das ist 10 Tage Telemark pur. Die Leute dort leben Telemark. Und das schöne ist, es ist Frühling, es gibt Sulzschnee, nette Leute und monströse Partys. Da wir ziemlich traditionell orientiert sind und auch gerne mal in der „alten Kluft“ die Pisten unsicher machen, ist das der perfekte Ort dafür. Das Fahren mit den alten Holzlatten und ohne Kanten ist bisweilen gar nicht so einfach. Zumal die Unterlage im Frühjahr am Morgen meist hart ist. Stürze sind unvermeidlich! Und Skistopper haben die Deppen früher auch noch keine gekannt. Deshalb haben schon Leute von uns längere Fussmärsche talwärts gemacht, um einen sich selbständig gemachten Ski wieder einzufangen. Ein neues Phänomen hat sich auch dort eingestellt! Gefährliche Vorwärtsstürze! Einen Teilnehmer aus unserem Lager hats zweimal so grob parkiert, dass er danach die ganze Zeit mit „Thumbs up“ herumlief und seinen Bierkübel nur noch mit beiden Händen stemmen konnte, ohne die Daumen zu gebrauchen! Der arme, wäre beinahe verdurstet!

Zuletzt gehört natürlich noch unsere Frühlingsskitour oder „Safari“ zu den Publikumsmagneten. Wir konnten sie leider nicht immer durchführen. Das eine Mal fehlte Schnee, ein anderes Mal war das Wetter schlecht. Unser Bergführer Nöldu hat uns schlaffen Bergtouristen aber schon einige schöne, unberührte Sulz- oder Pulverhänge die mit sehr wenig körperlichem Aufwand zu erklimmen waren gezeigt. Auch dies ist immer ein gemütliches Zusammensein, das den Saisonausklang darstellt. Von da an werden die Skis eingewachst und eingestellt. Wir sind ja schliesslich Sportler, die zu ihrem Gerät sorge tragen!!

Ihr seht also, unser Programm ist nicht reichhaltig, aber klein und deshalb fein. Mein Dank geht hier auch an alle bisherigen Vorstandstelemärkler: Ehrenpräsi Per Arman, Gründungsmitglied Thomas Ischer, Gründungsmitglied und damaliger techn. Leiter Chrigel Bircher, Sekretärin Karin Schneeberger, techn. Leiter Arnold Hauswirth, und Sekretärin Baba Kernen. In den vergangenen 10 Jahren haben wir manch schönes zusammen erlebt und es macht unheimlich Spass mit einer aufgestellten Meute wie ihr es seid, zusammen zu sein!! Leute, macht weiter so, dann werden mindestens ebenso „coole“ 10 Jahre dazukommen! Merci vielmal für alls!!!

Mark Tele

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